Lauch anbauen, pflegen, ernten und lagern

Lauch, auch Porree genannt, gehört zu den vielseitigsten Wintergemüsen im Garten. Mit der richtigen Sortenauswahl und ein wenig Planung liefert er dir Ernte von Juli bis in den April des Folgejahres. Wer die Technik des Tiefpflanzens und des Anhäufelns einmal verstanden hat, kommt Jahr für Jahr in den Genuss langer, weißer Schäfte. In diesem Ratgeber bekommst du alles, was du brauchst: von der Aussaat über die Pflege bis hin zur richtigen Lagerung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lauch ist ein Starkzehrer und braucht nährstoffreichen Boden: mindestens 10 Liter Kompost pro Quadratmeter vor dem Pflanzen einarbeiten
  • Unbedingt vorziehen: Vom Samen bis zur freilandfähigen Jungpflanze vergehen rund 12 Wochen
  • Tiefpflanzung in 10 bis 15 Zentimeter tiefe Löcher bildet den begehrten langen weißen Schaft
  • Mit drei Sortentypen (Sommer, Herbst, Winter) ist Ernte von Juli bis April möglich
  • Kulturschutznetz vom ersten Tag an schützt vor der Lauchfliege und anderen Schädlingen
  • Fruchtfolge: mindestens 4 bis 5 Jahre Anbaupause, keine anderen Zwiebelgewächse (Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch) auf derselben Fläche
  • Im Tiefkühler hält sich Lauch bis zu 3 Monate, in feuchtem Sand im Keller mehrere Wochen

Die besten Sorten für den Hausgarten

Herbst- und Winterlauch mit dunkelblaugrünen Blättern nebeneinander

Lauch wird in drei Typen eingeteilt, die sich durch ihren Erntezeitpunkt unterscheiden. Für eine ganzjährige Versorgung lohnt es sich, Sorten aus mindestens zwei Gruppen anzubauen.

Sommerlauch ist der schnellste Typ. Die Sorte Hilari lässt sich von Juni bis Dezember ernten und eignet sich gut als Einstieg. Die Stangen sind schlanker als bei Herbst- und Wintersorten, aber früher erntereif.

Herbstlauch bildet kräftigere Stangen und ist von August bis Dezember erntereif. Bewährte Sorten sind Lancelot, De Carentan 2 und der Bio-Herbstriesen 2 (auch unter dem Namen Hannibal bekannt). Diese Sorten liefern besonders dicke, aromatische Stangen und sind im Anbau zuverlässig.

Winterlauch ist die robusteste Gruppe. Die Sorten Blaugrüner Winter, Forrest und Blaugrüner Winter Husky überstehen Minusgrade problemlos und können von Oktober bis weit in den April hinein geerntet werden. Erkennbar sind diese Sorten an ihren dunkelblaugrünen, fast wachsartig wirkenden Blättern.

Bavaria ist eine vielseitige Sorte zwischen Herbst- und Winterlauch, die auch in kälteren Lagen gut funktioniert.

Tipp: Plane 5 bis 7 Reihenmeter pro Person ein, wenn Lauch regelmäßig auf den Tisch kommen soll. Ein kurzes Gartentagebuch hilft dir, die Mengen im nächsten Jahr besser abzuschätzen.

Wann solltest du Lauch säen?

Der Aussaatzeitpunkt hängt davon ab, welchen Typ du anbauen möchtest. Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick:

TypAussaat (Voranzucht)AuspflanzenErnte
SommerlauchJanuar bis MärzEnde März bis Ende AprilJuli bis August
HerbstlauchFebruar bis AprilMitte April bis Mitte JuliAugust bis Dezember
WinterlauchMärz bis MaiMitte Juni bis Ende JuliOktober bis April

Für den Hobbygarten ist März ein sicherer Starttermin für Sommerlauch. Du vermeidest damit die schwierigen Bedingungen der Voranzucht im dunkelsten Teil des Winters und erhältst trotzdem rechtzeitig freilandfähige Jungpflanzen.

Warum Vorziehen so wichtig ist: Lauch wächst anfangs sehr langsam und braucht von der Aussaat bis zur Bleistiftdicke rund 12 Wochen. Wer Lauch direkt ins Freiland sät, kommt zu spät in die Saison und erntet deutlich kleinere Stangen. Das Vorziehen ist daher keine Option, sondern der Schlüssel zum Erfolg.

Aussaat Schritt für Schritt

Voranzucht auf der Fensterbank

  1. Anzuchttöpfe vorbereiten. Befülle tiefe Töpfe oder Anzuchtschalen mit hochwertiger Anzuchterde. Lauch bildet früh tiefe Wurzeln, daher ist Tiefe wichtiger als Breite.
  2. Samen säen. Drücke die Samen 1 bis 1,5 Zentimeter tief in die Erde, mit etwa 1 Zentimeter Abstand zueinander.
  3. Temperatur. Optimal sind 16 bis 18 Grad Celsius. Temperaturen über 20 Grad verlangsamen die Keimung und fördern schwaches, zu langes Wachstum. Ein kühles Zimmer oder ein ungeheiztes Treppenhaus ist oft besser als eine warme Fensterbank.
  4. Beleuchtung. Bei der Voranzucht im Winter reicht natürliches Licht allein nicht aus. Eine LED-Pflanzenlampe mit mindestens 15 Stunden täglicher Beleuchtung verhindert, dass die Keimlinge vergeilen (das bedeutet: zu lang und dünn werden, weil sie Licht suchen).
  5. Keimung. Nach 10 bis 20 Tagen keimen die Samen. Kein Pikieren (das Umsetzen einzelner Keimlinge in separate Töpfe) nötig: Die Pflanzen bleiben im selben Topf, bis sie bleistiftdick sind.
  6. Auspflanzen. Sobald die Stängel ungefähr so dick wie ein Bleistift sind (nach ca. 12 Wochen), sind die Pflanzen freilandreif.

Freilandpflanzung

Für einen langen weißen Schaft ist die Pflanztechnik entscheidend. So funktioniert die Tiefpflanzung:

  1. Boden vorbereiten. Lockere das Beet mit einer Grabegabel auf (nicht wenden, nur lockern). Arbeite 10 Liter Kompost pro Quadratmeter ein und füge Hornspäne als natürliche Stickstoffquelle hinzu.
  2. Pflanzlöcher stechen. Verwende einen Dibber (Pflanzstock) oder einen dicken Stab und steche 10 bis 15 Zentimeter tiefe Löcher. Halte dabei 10 bis 12 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen und 20 bis 25 Zentimeter zwischen den Reihen ein.
  3. Pflanzen einsetzen. Setze jede Jungpflanze in ein Loch, sodass das untere Drittel in der Erde verschwindet.
  4. Nur angießen. Fülle kein Erdreich ins Loch. Das Wasser zieht die Erde von allein sanft um die Wurzeln, das Loch füllt sich in den nächsten Wochen von selbst auf.

Der Vorteil der Tiefpflanzung: Der Schaft wird von der ersten Stunde an von Licht abgeschirmt und bleibt weiß, ohne dass du ständig anhäufeln musst.

Pflege: Gießen, Düngen, Anhäufeln

Gießen

Lauch mag gleichmäßige Feuchtigkeit, ist aber keine ausgesprochene Wasserpflanze. Wichtig ist vor allem die Hauptwachstumsphase im Juli: Gieße dann regelmäßig und ausgiebig. Staunässe (stehendes Wasser im Boden, das nicht abfließt) schadet den Wurzeln stark und sollte dauerhaft vermieden werden.

Düngen

Als Starkzehrer zieht Lauch viele Nährstoffe aus dem Boden. Ein einfaches Programm reicht aus:

  • Vor der Pflanzung: 10 Liter Kompost pro Quadratmeter einarbeiten.
  • Beim Pflanzen: Hornspäne ins Pflanzloch geben.
  • 5 Wochen nach dem Auspflanzen: Brennnesseljauche als Flüssigdünger gießen (verdünnt, etwa 1 Teil Jauche auf 10 Teile Wasser).
  • Laufend: Bio-Langzeitdünger alle 4 bis 6 Wochen oder mineralischen Stickstoffdünger alle 2 Wochen.
  • Winterlauch: Letzte Stickstoffdüngung spätestens Anfang August. Danach keine Stickstoffgaben mehr, damit die Pflanzen rechtzeitig abhärten.

Anhäufeln

Das Anhäufeln (Erde an den Schaft schieben) ist neben der Tiefpflanzung die wichtigste Maßnahme für einen langen weißen Schaft. Jedes Mal, wenn du das Beet hackst, schiebst du etwas Erde an die Pflanzen heran. Je öfter du das tust, desto länger und zarter wird der essbare weiße Teil.

Tipp: Kombiniere Hacken und Anhäufeln immer in einem Arbeitsgang. So entfernst du gleichzeitig Unkraut, lockerst den Boden und verlängerst den weißen Schaft.

Kulturschutznetz

Die Lauchfliege ist der häufigste und gefährlichste Schädling. Ihre Larven fressen Gänge in den Schaft und machen die Ernte unbrauchbar. Das effektivste Gegenmittel ist ein engmaschiges Kulturschutznetz, das du direkt nach dem Pflanzen über die Reihen legst und bis zur Ernte belässt. Besonders praktisch: Pflanze Lauch zusammen mit Kohl unter einem gemeinsamen Netz. So schützt du beide Kulturen auf einmal.

Häufige Probleme und Lösungen

Engmaschiges Kulturschutznetz über einer Reihe Lauchpflanzen

Weißer Schaft ist zu kurz Ursache: Zu flach gepflanzt oder zu selten angehäufelt. Beim nächsten Anbau tiefer pflanzen (mindestens 12 bis 15 cm Löcher) und alle 2 bis 3 Wochen Erde anschütten.

Pflanzen vergeilen bei der Voranzucht Ursache: Zu wenig Licht oder zu hohe Temperatur. LED-Pflanzenlampe einsetzen, 15 Stunden täglich, Temperatur auf 16 bis 18 Grad senken.

Fraßgänge im Schaft Ursache: Lauchfliegen-Larven. Befallene Pflanzen entfernen. Für die nächste Saison Kulturschutznetz ab dem Pflanztag verwenden.

Orangefarbene Pusteln auf den Blättern (Porreerost) Ursache: Pilzbefall, begünstigt durch Nässe und zu engen Pflanzabstand. Befallene Blätter abschneiden und entsorgen (bei starkem Befall nicht kompostieren). Für die nächste Saison Fruchtfolge einhalten und Pflanzabstand etwas großzügiger wählen.

Lauch schosst (bildet Blütenstängel) Ursache: Überwinternde Pflanzen blühen im Frühjahr. Blütenstängel sofort entfernen, damit die Pflanze ihre Energie in den Schaft steckt. Alternativ: Blüten für die Saatgutgewinnung stehen lassen.

Schlechte Keimung Ursache: Zu altes Saatgut (Lauch-Samen sind nur 2 bis 3 Jahre keimfähig) oder falsche Keimtemperatur. Frisches Saatgut verwenden und die Temperatur auf 16 bis 20 Grad halten.

Ernte und Lagerung

Frisch geerntete Lauchstangen mit Erde an den Wurzeln neben einer Grabegabel

Wann ist Lauch erntereif?

Lauch ist erntereif, wenn die Stangen mindestens 3 Zentimeter Durchmesser haben. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen in der Regel 5 bis 8 Monate. Ernte ruhig nach und nach: Du musst nicht alles auf einmal aus dem Beet holen.

Tipp: Der optimale Erntezeitpunkt ist am Nachmittag. Die Blätter enthalten dann weniger Wasser und brechen beim Herausziehen nicht so leicht.

Erntetechnik

Sommerlauch kannst du mit einem scharfen Messer knapp oberhalb der Wurzel abschneiden. Die Pflanze treibt dann häufig noch einmal nach.

Herbst- und Winterlauch wird mit einer Grabegabel geerntet:

  1. Grabegabel tief und nah an der Pflanze einstechen.
  2. Pflanze mit einer leichten Hebelbewegung lockern.
  3. Stange herausziehen (nicht einfach gerade nach oben ziehen, das beschädigt die Pflanze unnötig).
  4. Blätter auf etwa zwei Drittel kürzen.
  5. Wurzeln auf 1 bis 2 Zentimeter stutzen.

Lagerung

Frisch geernteter Lauch lässt sich auf verschiedene Arten aufbewahren:

  • Kühlschrank: In ein feuchtes Tuch einschlagen, hält sich 1 bis 2 Wochen.
  • Kühler Keller: An einem kühlen, dunklen Ort hält er sich 2 bis 3 Wochen.
  • Sand-Methode: Lege die Stangen in eine Kiste mit feuchtem Sand an einem frostfreien Ort. Diese Methode funktioniert besonders gut für Winterlauch und verlängert die Haltbarkeit auf mehrere Wochen.
  • Einfrieren: In Ringe schneiden, gründlich waschen, roh oder kurz blanchiert einfrieren. Im Tiefkühler hält sich Lauch bis zu 3 Monate.

Grüne Blattteile verwerten

Die grünen Blattspitzen sind oft zäh, aber besonders nährstoffreich: Sie enthalten Beta-Carotin, Flavonoide und Vitamin C. Schneide sie fein, trockne sie an einem heißen Sommertag auf dunklen Blechen in der Sonne vor und fertigtrockne sie im Backofen oder Dörrgerät. Gemahlen mit etwas Salz ergibt das ein würziges Gemüsepulver für Suppen und Brühen.

FAQ

Kann ich Lauch auch im Topf auf dem Balkon anbauen?

Ja. Wähle Behälter mit mindestens 10 Liter Volumen und ausreichender Tiefe (mindestens 30 Zentimeter). Kompakte Sorten wie Hilari eignen sich am besten. Bewässerung und Düngung müssen auf dem Balkon konsequenter erfolgen als im Beet, weil das Volumen begrenzt ist und Nährstoffe schneller ausgewaschen werden.

Wie lange muss ich an derselben Stelle mit dem erneuten Lauch-Anbau warten?

Mindestens 4 bis 5 Jahre. Lauch gehört zur Familie der Zwiebelgewächse (Allium-Gattung). In dieser Zeit solltest du an derselben Stelle weder Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten noch Schnittlauch anbauen. So beugst du Schädlingsbefall und Bodenmüdigkeit vor.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Düngung nach dem Auspflanzen?

Etwa 5 Wochen nach dem Auspflanzen gibst du die erste Flüssigdüngung, zum Beispiel verdünnte Brennnesseljauche. Davor hat der Lauch noch Nährstoffe aus der Anzuchterde und dem eingearbeiteten Kompost. Bei Winterlauch beendest du die Stickstoffdüngung spätestens Anfang August.

Warum bleibt mein Lauch so kurz, obwohl er gut wächst?

Wenn der weiße Schaft kurz bleibt, liegt es fast immer an der Pflanztiefe und am fehlenden Anhäufeln. Viele Gärtner pflanzen Lauch zu flach und häufeln nie nach. Tiefer pflanzen (12 bis 15 Zentimeter) und alle paar Wochen Erde anschütten macht den entscheidenden Unterschied.

Kann ich Lauch auch direkt ins Freiland säen?

Ja, das ist möglich, aber in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Bei der Direktsaat ab Ende April sind die Stangen zur Erntezeit deutlich kleiner als bei vorgezogenen Pflanzen. Wer auf die volle Schaftlänge und eine frühe Ernte Wert legt, zieht Lauch immer vor.

Fazit

Lauch ist ein verlässliches Gemüse, das dir mit der richtigen Planung von Sommer bis Frühling frische Ernte liefert. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren: frühzeitig vorziehen, tief pflanzen, regelmäßig anhäufeln und ein Kulturschutznetz vom ersten Tag an. Starte dieses Jahr mit einer Sommer- und einer Wintersorte, dann siehst du schnell, wie unkompliziert der Lauchanbau in der Praxis ist. Viel Erfolg im Beet!